Eindrücke von der Bundesgartenschau in Potsdam

Am 11. Mai 2001 habe ich das Gelände der Bundesgartenschau in Potsdam besucht. Dadurch, dass ich mir die Eintrittskarte (Tageskarte) schon an einem S-Bahnschalter in Berlin gekauft hatte, brauchte ich mir keine Gedanken mehr um die öffentlichen Verkehrsmittel im Tarifbereich Potsdam zu machen. Die Beförderung ist dann inbegriffen.
Vom Potsdamer Hauptbahnhof aus fährt man relativ bequem mit der Straßenbahn zum Haupteingang des Buga-Parks.
Was mir an diesem Park ebenso wie an dem einzigen weiteren Buga-Park, den ich kenne (Berlin-Britz) nicht gefällt (gefallen hat), ist die Tatsache, dass man fast überall merkt, dass es sich um eine neue Anlage handelt. Vieles ist eher jung und klein. Und das sieht man besonders bei den Bäumen. Es gibt zwar einige Ecken wie z.B. die Remise im Norden, wo ältere Baumbestände integriert wurden, aber selbst da wirken die Bäume auf mich irgendwie gehemmt. Zum Vergleich braucht man nur mal in Richtung Pfingstberg mit dem frisch renovierten und wiedereröffneten Belvedere schauen. Das sind richtige Bäume! Aber dies lässt sich natürlich bei neuen Anlagen vermutlich gar nicht realisieren.
Gefallen hat mir, dass man anscheinend so gut wie alle Wiesenflächen betreten darf und es sehr viele Sitzmöglichkeiten und Liegen gibt. Auch Restaurationen findet man viele und die Preise sind durchaus noch ganz erschwinglich (z.B. 0,3 l Getränk für 3,90 DM, Chili für 6,50 DM).
Für Kinder hat man sich manches einfallen lassen. Da kann an dieser Stelle auch noch einmal darauf hingewiesen werden, dass der Park ja später mal eine Art Volkspark werden soll. Kinder können sich im Norden bei der Vierecksremise auf einem großen Spielplatz unter Bäumen austoben.

Im Norden unter Bäumen am Spielplatz in der Viereckremise

Neben verschiedenen hölzernen Bauten, Naturzelten, einer steinernen Mauer gibt es auch einen kleinen Fußballplatz. In der Nähe des Haupteingangs soll es einen Bereich für Skater geben (den ich nicht gesehen habe). In der Nähe der Veranstaltungsfläche gibt es einen Wasserspielplatz mit Klettergeräten und einem Wasserbecken. Am Wiesenpark im Süden findet man unter anderem Schaukeln und einen Basketballplatz (ohne Linien! Was soll das?). Am Übergang zum Waldpark befindet sich eine (nicht allzu hohe) Kletterwand und auch ein Beachvolleyballfeld im sogenannten Spielterminal. Im Waldpark, für den man die Straßenbahntrasse überqueren muß, gibt es dann noch ein Gebilde mit langen Tunnelrutschen und im Süden dieses Teils ein paar Trampoline.

Das Rutschterminal im Waldpark im Südosten.

Diese 'kinderfreundlichen' Flächen sind über den ganzen Park verteilt. Dies eröffnet einem eventuell die Möglichkeit, die Kinder mit verschiedenen Attraktionen von einem Ort zum anderen zu locken und so auch ein bisschen was vom Park zu sehen. Andererseits ist ein Besuch all dieser Orte zu Fuß inklusive Spielaufenthalt und Nahrungsaufnahme an einem einzigen Tag eher illusorisch. In diesem Falle empfiehlt es sich eher, sich im südlichen Teil und um den Haupteingang herum aufzuhalten, denn im Norden ist nur der Spielplatz an der Vierecksremise vorhanden, na und ein Fußballplatz.

Ausstellungswiese mit einem Meer von Blüten.

Freunde bunt blühender Blumen können die sogenannte Ausstellungswiese nordwestlich des Haupteingangs besuchen, sowie die 'Themengärten' nördlich des Haupteingangs bis hin zur Viereckremise. In diesem mittleren Bereich der Buga findet man auch Beispiele für Grabbepflanzungen. Mich, der ich nicht so sehr der Freund von Tulpen und ähnlichen Grün-Stengeln mit Buntblüten bin, haben die dortigen Sträucher und kunstvollen Grabsteine schon eher fasziniert. Und ganz ehrlich: Da dies keine echten Gräber sein können, fehlt an der Stelle glücklicherweise auch die bedrückende Atmosphäre eine Friedhofs.

Beispiele für Grabbepflanzungen

Die Bereiche des Parks, welche sich im mittleren Teil unmittelbar an der Straßenbahntrasse befinden, habe ich auf meinem Rundeweg leider verpasst und kann sie nicht kommentieren. Die Wälle, welche teilweise durch Brücken verbunden sind, habe ich gesehen. Sie sind mir allerdings zu geometrisch und zu wenig natürlich. Nichtsdestotrotz bieten sie nette Aussichtspunkte und schirmen verschiedenen Themengebiete sowohl optisch gegeneinander als auch ein bisschen gegen den Wind ab. Und in ihrem Zentrum gibt es auch Gewässer. Deren Ufer sind allerdings ebenfalls sehr geometrisch geformt.

Ein geometrisches Gewässer. Die feuchte Stelle rechts oberhalb der Bildmitte stammen von kleinen Springbrunnen mit Wasserspielen.

Formen und Linien findet man auch in den Pyramidengärten. Aber offen gesagt sind auch diese mir zu rechtwinklig, um mich zwischen ihnen naturnah zu fühlen. Vom weiten erinnern sie mich eher an Kriegsgräberdenkmäler. Aber auch das kann man vermutlich als Anspielung auf die militärische Vergangenheit des Geländes interpretieren.

Die Pyramidengärten

Es ist wohl einfach Geschmackssache. Anschauenswert ist es jedenfalls allemal. Es muß ja nicht alles jedem gefallen. Gut fand ich dann noch den Teil mit den nachwachsenden Rohstoffen. Dort kann man Nutzpflanzen (wie z.B. Kartoffeln) mal anschauen und erfährt auf Schildern auch etwas über ihre Verwendung.
Im nördlichen Teil gibt es unter anderem auch noch ein großes hölzernes Musikinstrument, eine Mauer und die Spur der Steine. Da der Park dort auch nicht so furchtbar breit ist, wird man sicher leicht diese Orte finden. Im Westen des Nordteils, hinter dem Fußballplatz stehen die sogenannten 'Naturfilter'. Das sind lockere Reihen von Obstbäumen, welche auf einem hübschen Wiesenweg zu durchqueren sind.
Die 'Biosphäre' ist das große Gewächshaus am Haupteingang, welches durch wechselnde Schauen dem Besucher verschiedene Themenbereiche vorstellen soll. Ich fand es ganz interessant, dort mal hindurchzuschreiten, aber wenn draußen wie bei meinem Besuch ein Traumwetter herrscht, dann hält sich zumindest für mich der Reiz in Grenzen. Voll ist es dort natürlich immer. Einerseits ist die Räumlichkeit mit Abhängen und Terrassen ganz gut gelungen. Andererseits hat mir die Lichtwirkung nicht gefallen, weil es zwar insgesamt hell war, aber es auch schattige Bereiche gab, welche leider wieder geometrisch (rechtwinklig) waren und damit ein Abbild der Rahmen von den Scheiben zeichneten. Schön waren die Brücken im oberen Hallenbereich (Skywalk), welche eine Sicht von oben gestatteten. Aber die 'unnatürlichen' Wechsel von Licht und Schatten ermöglichten meinen Augen kaum, irgendwo Halt zu finden.

In der Biosphäre. Rechts oben der 'Skywalk'.

Etwa auf Höhe der Halle an der Westseite des Parks befindet sich dann der Wasserspielplatz. Auch hier leider viele rechte Winkel und im Kontrast dazu der Versuch einer Uferbepflanzung. Für Kinder und Eltern aber in jedem Fall ganz interessant, denn die Kinder können sich austoben, während sich die Eltern entweder im Café ein Getränk genehmigen mögen oder sich auf einer der im ganzen Park reichlich vorhandenen Sitze und Liegen niederlassen. Oder man lässt sich auf einem der Wälle nieder und hat dann noch eine gute Aussicht von oben.

Der Wasserspielplatz mit Uferbepflanzung (rechts), Spielgeräten (links), Sand (hinten) und Restauration (hinten links).

Der Wiesenpark im Südwesten vor dem Ruinenberg ist genau das, was sein Name sagt: Fast nur Wiese. Drumherum befinden sich Bänke, Spielgeräte, ein paar Beete und zwei Spiralförmig angelegte Wasserfänger.
Der Waldpark schließlich im Südosten, für den man die Straßenbahntrasse queren muß, war für mich vor allem wegen der Sport- und Spielplätze interessant. Besonders zu empfehlen: Das Sprungterminal ganz im Südosten.

Das Sprungterminal: Vier Trampoline mit weichem Rand.

Nett auch der Rhododendronhain. Für die Nebenwege hat man sich eine ganz originelle Bedeckung einfallen lassen. Was wird nicht verraten.

Ein Weg mit origineller Bedeckung im Rhododendonhain. Er führt in eine ehemalige Panzertasche.

Insgesamt lohnt ein Besuch der Buga ganz bestimmt. Ob man öfter hingehen sollte, das hängt dann wohl doch von dem persönlichen Geschmack ab und natürlich von den finanziellen Möglichkeiten. Neben Monats- und Jahreskarten gibt es auch Tageskarten, die erst ab 17 Uhr gelten und wesentlich günstiger sind. Der Park ist geöffnet bis zum 'Einruch der Dunkelheit'. Wer also abends Zeit hat und nicht zu weit entfernt wohnt...
Kritisiert wurden die Preise, die ich abgesehen vom Eintrittspreis allerdings für normal halte. Oder anders gesagt: Ich hatte schlimmeres befürchtet. Auch die Weitläufigkeit ist für manchen wohl ein Problem. Mich erfreut sie eher. Wer sich's leisten kann, mietet sich ein Fahrradtaxi.
Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass es auch noch andere (großenteils unentgeltlich zugängige) Bestandteile der Buga gibt, mit denen man mindestens noch einen weiteren Tag in Potsdam zubringen kann. Und nicht zuletzt ist Potsdam auch so mit den Gärten von Sanssouci, dem Neuen Garten, dem Park Babelsberg, seinen Schlössern und auch als Stadt eigentlich einmalig. Ich jedenfalls mag Potsdam sehr.

Begehbare Kunst? Ein schiefes und krummes Basketballfeld im Waldpark. Im Hintergrund der schönste Aussichtspunkt Potsdams: Das Belvedere auf dem Pfingstberg.

Offizielle Buga-Homepage: www.buga2001.de