Reise - Jonsdorf im Zittauer Gebirge im Juni 2002 - VORWORT

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ÜBERSICHT REISE JONSDORF


Urlaub in der Oberlausitz? Im Zittauer Gebirge, in Jonsdorf? Was ist das? Wo ist das? Wie kommt man darauf?

Das Zittauer Gebirge ist der östlichste Zipfel Deutschlands. Es befindet sich im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tchechien. Das ist etwas mehr als 200 km südöstlich von Berlin und gehört zu Sachsen.
Das erste Mal ist mir das Zittauer Gebirge untergekommen in einer Wanderkarte aus der DDR. Das war kurz nach Maueröffnung in einer Buchhandlung in Ostberlin, wo ich zusammen mit meinem Bruder alles erworben habe, was uns an Wanderkarten interessant erschien. Darunter eben auch die Wanderkarte "Zittauer Gebirge" 1 : 30 .000 des Tourist Verlages von 1989.
Nach 1989 trat gerade für einen Berliner aus dem Westen die Situation ein, daß er plötzlich ein Umland hatte. Und seitdem bin ich auf der Suche nach wirklich interessanten Zielen in den sogenannten neuen Ländern. Ich habe manches gefunden, aber war auch hier und da enttäuscht.
Als begeisterter Bergwanderer haben für mich am Ende doch bergige Ziele Priorität.
Und da bleiben schließlich in den neuen Ländern der Harz, Thüringer Wald, Erzgebirge, Elbsandstein (sächsische Schweiz) und das Zittauer Gebirge.
In den ersten Jahren haben wir uns auf Harz und Sächsische Schweiz gestürzt. Und nun sollte etwas neues folgen. Ursprünglich war die Reise als Winterreise geplant, das wurde jedoch aus gesundheitlichen Gründen verhindert. Schließlich gelang es uns (mir und meinem Vater) im Juni dieses Jahres dort eine Woche zu verbringen.

Ähnlich wie die Sächsische Schweiz reizt auch am Zittauer Gebirge die Einsträuung von Felsen (überwiegend Sandstein) in die hügelige Landschaft, allerdings sind die Felsen weniger dominierend. Doch überall liegen große Steine herum, stehen Felssäulen im Wald, sind Schluchten und Balkone vorhanden. Gerade von deren Spitzen aus hat man im Gegensatz zu anderen bewaldeten Mittelgebirgskuppen in Deutschland auch eine schöne Aussicht auf die umliegenden Naturschönheiten und Orte mit ihren Bauwerken.
Zudem etabliert sich allmählich wieder ein Mischwald, der sich bis zu den Gipfeln hinzieht, wenn auch teilweise noch Monokulturen wirtschaftlichen Ursprungs vorhanden sind.
Einzig habe ich als alter Alpenreisender die Vielfalt an Bächen und Flüssen ein wenig vermißt, welche dort aus jeder Felsspalte zu springen scheinen. Aber wo sollen solche nahe an der Wasserscheide des Gebirgskammes wohl auch ihre Einzugsgebiete haben?
Die Vielfalt an Pflanzen, Tieren, Gesteinsarten und Formen von Landschaft war beeindruckend. Hinzu kamen die gepflegt wirkenden Ortschaften mit ihren Umgebindehäusern, die Gärten vor den Häusern, die unvergleichliche Ausstattung des Gebietes mit Wegweisern und markierten Wanderwegen.
Dabei sei jedoch auch erwähnt, daß sich aus unserer Praxis einzig die Wanderkarten vom Zittauer Gebirge von Rolf Böhm als verwertbar erwiesen haben. Dies liegt vor allem daran, daß der verwendete Maßstab von 1:10.000 sich als nahezu Mindestanforderung für ein solches Gebiet darstellt, sofern man alles interessante und auch benannte dargestellt haben möchte. Durch die Felsenstruktur und die Dichte der Wege und interessanten Objekte ist ein großer Maßstab erforderlich. Außerdem enthalten diese Karten derartig viele Orientierungshilfen (Bänke, Wegweiser, Treppe, Klettersteig usw.) daß ein durchschnittlich begabter Kartenleser sich schon ganz schön "verhauen" müßte, um sich mit ihnen zu verirren. Sofern man jedoch nur die jeweilige Markierung für längere Wegabschnitte benötigt, mag man auch mit weniger detaillierten Karten zurecht kommen.


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