Reise - Jonsdorf im Zittauer Gebirge im Juni 2002 - TAG 1

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ÜBERSICHT REISE JONSDORF


Skizze

Ab in den wilden Südosten - Der Anreisetag

4.6.2002, Dienstag:
Mit den Details der Anreise möchte ich den Leser nicht langweilen. Es sei nur erwähnt, daß es seit kurzem für Bahnfahrer von Berlin aus eine Möglichkeit gibt, bis nach Zittau durchzufahren. Allerdings ist dies nur ein Regionalzug, welcher immer noch über vier Stunden für die Fahrt benötigt. Vom Bahnhof Zittau aus kann man dann entweder mit der dampfbetriebenen "Bimmelbahn" bis Oybin oder Jonsdorf fahren oder einen der Busse benutzen.
Je nach Lage kann es dann noch einige hundert Meter bis zum gebuchten Quartier sein. Das ist auch einer der wenigen Kritikpunkte an der Gegend: Der Umgang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist für einem Fremden doch schwer zu durchschauen. Wir hatten z.B. Probleme mit einem geänderten Busfahrplan der Linie 13 und der Preisstruktur der Dampfbahn. Das geht einem Autoreisenden natürlich knapp am Allerwertesten vorbei.
Am Anreisetag war bestes Wetter mit Sonne und sommerlichen Temperaturen. Überraschend war, daß die Bahn zwischen Görlitz und Zittau die Neiße überquert und somit ein Stück durch Polen fährt. In diesem Teil der Strecke schaut man auf Felder, Braunkohlehalden, das Bett der Neiße, die Berge des Isergebirges und des Lausitzer Berglandes. Eine schöne Landschaft, irgendwie an eine Modelleisenbahn erinnernd.
Am Bahnhof von Zittau mußten wir dann auf den Bus warten. Dieser kam aber wie im Fahrplan aus dem Internet angekündigt und brachte uns nach Jonsdorf. Von dort war es noch ein Fußweg von ca. 400 Metern zu unserer Ferienwohnung.
Die Wohnung war geräumig und gut gepflegt. Es handelte sich um das Parterre eines Umgebindehauses.


Das Umgebindehaus in welchem sich unsere Wohnung befindet.

Zum Mittag konnten wir unseren ersten Test einer einheimischen Gaststätte vornehmen. Dies war die "historische" Gondelfahrt. Das ist ein Lokal, welches an einem unterhalb der Nonnefelsen befindlichen Tümpels gelegen ist, dem Gondelteich.


Der Gondelteich am Gasthof Gondelfahrt. Im Hintergrund sieht man die Nonnenfelsen.

Dies hört sich zunächst mal sehr spannend an. Aber dieser Gondelteich ist ein künstlich angelegter Teich mit einer kleinen Insel. Er hat vermutlich deutlich weniger als 200 Meter Durchmesser. Aber man kann Ruderboote mieten und die Schwäne, Enten oder Fische beobachten. Und man kann dort essen, oder sich sogar einquartieren und sich einigen der Annehmlichkeiten hingeben, welche man neudeutsch unter dem Begriff "Wellness" zusammenfassen würde. Wir haben dort aber einfach nur zu Mittag gegessen.
Danach sind wir am Fuß der Nonnenfelsen vorbei an einer Wiese zum Grenzübergang nach Niederlichtenwalde (Dolni Svetla) gelaufen. Der Weg führte durch ein schönes Stück Wald zwischen Mönchsfelsen und Schalkstein. Die Grenze bildet ein symbolischer Schlagbaum mit tschechischen und deutschen Schildern, die einen unter anderem auf die erlaubten Zeiten des Grenzübertrittes hinweisen. Ansonsten ist von der Grenze nichts martialisches zu sehen. Die Welt geht auch auf der gegenüberliegenden Seite einfach weiter. Und das finde ich gut so!


Vom Falkenstein der erste Blick zur Lausche

Wir sind zunächst ein paar Meter nach Westen zum Falkenstein gegangen. Dieser ist ein einsamer Felsen von ca. 25 Metern Höhe, welcher auf dem Grenzkamm zwischen Lausche/Buchberg und dem Mühlsteinbruchgebiet einfach so stehen geblieben ist. Früher einmal soll ein Klettersteig auf ihn geführt haben, heute ist er für unsereinen nur mit riskanter "Turnerei" zu erobern. An diesem Tag unerreichbar... Immerhin konnten wir von seinem Fuß aus schon mal den höchsten der Zittauer sehen, die Lausche.
Außerdem begegnete uns eine Schlange, welche sich später als einzige Giftschlange Mitteleuropas herausstellte: Die Kreuzotter, Ups!!!
Dann ging es zurück nach Osten und schließlich in das Gebiet der Mühlsteinbrüche hinein.


Eine giftige Kreuzotter am Falkenstein

Diese sind die Attraktion von Jonsdorf neben den Nonnenfelsen. Es handelt sich um ein Felsengebiet, in welchem sich ein Gestein gebildet hat, das aufgrund seiner Härte und Rauheit in Europa nahezu einmalig geeignet war, um daraus Mühlsteine zu schaffen. Der Wanderer begibt sich auf Wege, bei denen sich Steinbrüche und von der Verwitterung interessant modulierte Felsen mit schönen Aussichten abwechseln. Wir betraten unter anderem die Orgel mit zwei speziellen Steinformationen, das schwarze Loch und den Carolafelsen (der Aussichtsfelsen von Jonsdorf).


Aussicht vom Carolafelsen zu Buchberg (rechts) und Lausche (links)

Vorbei an den Tischsteinen ging es schließlich über den Edeka, welcher der einzige Supermarkt in Jonsdorf ist, zurück zur Ferienwohnung.


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