Reisen - Mittenwald August 2000 - Tag 5

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8.8.2000, Dienstag

Hochlandhütte

Landkarte

Für diesen Tag hatte ich mal etwas anspruchvolleres geplant. Entweder eine lange Wanderung bis auf 1400m Höhe oder eine Hütte etwas über 1600m Höhe. Wir entschieden uns für die zweite Variante. Das Ziel sollte die Hochlandhütte auf der Karlwendelseite sein.
Nach dem Frühstück erreichten wir den Ausgangspunkt am Parkplatz Raineck gegen 10:30 Uhr. Von dort aus kann man zu unserer Hochlandhütte oder auch zur Dammkarhütte wandern. Beides ist am Raineck mit 2 1/2 Stunden angegeben.

NACHDEM MAN DIE ERSTEN STEILEN METER DES WEGES ÜBERWUNDEN HAT, ERGEBEN SICH BALD SCHÖNE AUSBLICKE INS WETTERSTEIN BIS HIN ZUM ZUGSPITZGEBIET. DIES HIER MÜßTE DIE ALPSPITZE BEI GARMISCH SEIN (MIT STARKEM TELE AUFGENOMMEN).

Wir hatten uns die Hochlandhütte (1623m) ausgesucht, weil der Weg insgesamt etwas weniger steil erschien. Auch liegt sie etwas lieblicher als die von Felsen umgebene Dammkarhütte. Außerdem vermuteten wir, daß diese etwas einsamer sein würde.

NACHDEM MAN SICH AUF DEM FAHRWEG UM DEN BERG HERUMGEWUNDEN HAT, GENIEßT MAN KURZ VOR DEM BANKELE DIESE AUSSICHT IN DAS DAMMKAR. AUF DEM HÖCHSTEN PUNKT DES GRÜNEN 'HÜGELS' IN DER MITTE BEFINDET SICH DIE 1667m HOHE DAMMKARHÜTTE.

Der erste Teil des Weges bis zum sogenannten Bankele (1335m) führt über einen anfangs geteerten Fahrweg, der im ersten Teil recht steil ansteigt, sich dann aber eher mäßig anstrengend um den Berg windet, bis man in die Ausläufer des Dammkar vordringt. Bislang schien die Sonne und so hatten wir ein schönes Wetter um die schroffen Felswände dort zu begutachten und abzulichten. Kurz nach dem Bankele (wo der Fahrweg aufhört und der Materiallift zu Dammkarhütte beginnt) trennen sich die Wege zu den beiden Hütten. Wir querten das Tal auf einem typischen Bergpfad, welcher sich zu den Ausläufern des Predigtstuhls herumdreht um dann auf diesen bis zu etwa 1600 m in kurzen Kehren anzusteigen. Oben angekommen sieht man dann zum ersten Mal die Hütte. Und sie scheint so nah.

DIE HOCHLANDHÜTTE SCHEINT SO NAH... (BESONDERS MIT TELEOBJEKTIV)

Aber der Weg windet sich ohne allzu große Höhenunterschiede immer wieder tief in die Einschnitte des Geländes und wird länger und länger. Kurz vor der Hütte geht es schließlich noch einmal einige Meter bergauf und über eine Art Steg zum höchsten Punkt des Weges.

DER STEG AM HÖCHSTEN PUNKT DES WEGES. VON NUN AN GEHT'S ZUR HOCHLANDHÜTTE NUR NOCH BERGAB.

Aber dann sieht man die Hütte von oben, was ja auch ganz hübsch ist, und erreicht sie wenige Minuten später.

UND DA IST AUCH SCHON DIE HÜTTE, BENANNT NACH DER ALPENVEREINSSEKTION 'HOCHLAND'.

Am Ende hatten wir zehn Minuten mehr gebraucht, als auf dem Schild angegeben. Aber wir waren ja auch nicht direkt durchgelaufen. Mit 70 Jahren (mein Vater) ist das doch ganz okay, oder?
Auf der Hütte wurde Flüssigkeit aufgetankt und die Kraft mit einer Erbsensuppe mit Würstchen wieder aufgefüllt. Bis dahin schien überwiegend noch die Sonne. Aber es fing schon an, immer wieder mal schattig zu werden.

AUF DIE HÜTTE SCHEINT DIE SONNE, DOCH IM WESTEN (WO DAS WETTER HIER MEISTENS HERKOMMT) DROHEN SCHON WIEDER FINSTERE WOLKEN.

Während mein Vater sich bestens mit zwei Damen unterhielt (auf Berghütten und Gipfeln sind alle Leidensgenossen), warf ich noch einen Blick Richtung Wörnersattel, den ich auch noch in meinem Programm hatte.
Dann stiegen wir auf einem direkteren Weg ab ins Tal des Anderkarbaches. Es fiel uns auf, daß die dort gestalteten Stufen (gehalten von Baumstammstücken) immer wieder winkelig zu einander verankert waren. Das spart wohl vermutlich Verankerungsnägel.

DIE WINKELIG VERANKERTEN STUFEN AUF DEM WEG VON DER HÜTTE ZUM BACH

Als wir den Bach erreicht hatten, waren wir von dem Lauf des Wassers begeistert. So mußte ein Bergbach sein. Steile Stufen mit Wasserfallcharakter, dann wieder flache Wannen, in denen sich das Wasser sammelt. Alles, was bergab fließendes Wasser so zu bieten hat.
Dieser Bach trifft bald auf den Kälberalpbach, den man auf einem zünftigen Steg überquert. Dort gibt es eine genauso zünftige Bank. Wir habe da noch eine kurze Pause gemacht, um anschließend an dem vereinigten Gewässer weiter abwärts gehend hier und da immer wieder interessante Stellen des Wasserlaufes zu entdecken. Schade, daß die Sonne nicht mehr schien.

EINE DER KASKADEN DES GASSELANBACHES

Kurz vor erreichen des Tals hält der Weg in etwa seine Höhe, während das Wasser weiter steil abwärts plätschert. In einer Gegend, die sich "Am Wurf" nennt, folgten wir schließlich einem Abzweig ins Isartal, der noch einmal in Kehren steil bergab führte. Dann ging es ein letztes Mal auf einer Brücke über unseren Bach und von nun an noch etwa drei Kilometer auf einem Weg knapp oberhalb der Bundesstraße nach Süden in Richtung Quartier. Das war ziemlich öde.
Diesmal haben wir dann wieder abends warm gegessen. Und mal was Neues: Hurra, Pizza!


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