Reisen - Mittenwald August 2000 - Tag 9

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12.8.00, Samstag

Mittenwald-Elmau-Partnachklamm

Landkarte Panoramakarte

Nachdem wir wieder einmal einkaufen waren, schafften wir es, nicht lange nach 11 Uhr loszugehen. Unser Ziel hieß Elmau, das mitten in dem halb hohen Gelände zwischen Garmisch, Mittenwald und Klais liegt. Dazu gehört auch der Kranzberg, hinter dem sich von Mittenwald aus der angepeilte Ort mit Schloß versteckt.
Zunächst geht es mal wieder durch unseren Ort zur anderen Seite. Dort nahmen wir einen Anstieg unterhalb der Talstation des Kranzbergliftes und erarbeiteten uns etwas Höhe. Dann führt der Weg mit vielen Aussichten auf den Ort am oberen Rande des Laintales herüber zum Lautersee. Ein Blick zu den Höhen der Wettersteinspitze ließ uns ahnen, daß es nichts werden würde mit dem angekündigten ständigen Sonnenschein: Quellwolken. Und wirklich, kurz darauf rieselten einige Regentropfen auf uns herab. Es scheint mein Schicksal hier zu sein, daß ich in der Nähe des Lautersees jedesmal naß gemacht werde, obwohl das für die drei Tropfen an diesem Tage übertrieben ist. Aber gerade im Bereich der Seen oben kommt durch die Wettersteinwolke jedesmal Schatten auf, der einem auch das Fotografieren ganz schön schwer machen kann.
Den Lautersee ließen wir links liegen und stiegen über den Sattel zum Ferchensee herüber. Es war Samstag und eine Menge los. Hier fielen mir zum ersten mal Radfahrer in größeren Zahlen auf. Der Ferchensee liegt praktisch direkt unter den Wettersteinspitzen was schon ein ziemlich imposanter Anblick ist. Das dortige Wirtshaus war bestens besucht, und zwar von beiden Seiten aus, unserer, sowie der Seite Elmau. An dem etwa 700m langen See gibt es auch eine Liegewiese, wo sich trotz Schattens einige Menschen niedergelassen hatten.

BLICK ÜBER DEN FERCHENSEE ZU DEN FINSTEREN FELSWÄNDEN DES WETTERSTEINS

Nachdem wir uns beim Mittagessen mit einem Radfahrer unterhalten hatten, der von Oberau aus eine Rundtour machte, folgten wir auf einem breiten Fahrweg dem Ferchenbach bis Elmau. Anfangs ist der Bach noch ziemlich klein und wäre fast romantisch, befände sich nicht direkt daneben dieser breite überlaufene(-radelte) Fahrweg.

DER BREITE FAHRWEG VOM FERCHENSEE NACH ELMAU, LINKS DER FERCHENBACH

Das Gelände an sich ist offen und nun war uns auch die Sonne ziemlich treu.
Der Bach wird größer und es wird waldig drum herum, so daß es ein paar Stellen gibt, wo Leute sich an ihm niederlassen.

WEITER NACH ELMAU HIN WIRD DER FERCHENBACH ETWAS LIEBLICHER, EBENSO DIE LANDSCHAFT DRUM HERUM

Vor Elmau öffnet sich dann das (kleine) Tal. Rechts vom Weg ist das Gelände von Schloß Elmau, das man aber nur als Hotelgast betreten darf. So kann man das Schloß bloß von Ferne sehen. Das mag, wenn man von Krün aus kommt, vielleicht anders sein.

DIE EHER LANGWEILIGE GIPFELLINIE DES ÖSTLICHEN WETTERSTEIN BEI ELMAU

Eine Ecke später sieht man dann den Ort, der aus fünf bis zehn Häusern besteht, einem großen Gasthof mit Garten und einem großen Parkplatz. Da ahnt man dann, woher die Menschen auf dem Weg alle gekommen sind. Der Ort an sich ist ganz niedlich.

DER ROMATISCH GELEGENE ORT ELMAU. DER GROßE PARKPLATZ IST GUT VERSTECKT.

Wenn man dem Wanderweg folgt, umgeht man den Ort auf der Nordseite. Man kann aber auch durch ihn hindurch und dann über einen Steg auf die andere Seite des Elmauer Baches gelangen. Da steht man plötzlich vor dem großen allerdings auch gut versteckten Parkplatz. Über diesen Parkplatz oder etwas weiter südlich auf dem Abzweig kommt man auf den Weg, dem zu folgen wir uns im Gasthof am See entschieden hatten. Auf nach Garmisch-Partenkirchen zur Partnachklamm!
Es war wieder ein Fahrweg mit Radfahren, allerdings merklich weniger. Und obwohl das folgende Teilstück einen ganz beträchtlichen Teil des Weges ausmachte, kann der Weg nicht empfohlen werden.
Man befindet sich überwiegend im Taleinschnitt, von wo aus man nichts sieht. Der angewachsene Ferchenbach s
ah aus, als hätte an seiner einen Uferseite eine Gruppe von Riesen mit großem Vergnügen Bäume ausgerissen und in den Bach geworfen und außerdem ganze Hänge in das Wasser getreten. Die (Nord-)Seite mit dem Fahrweg ist auch nicht schön, denn sie wird von Aufschüttungen zur Sicherung des Weges geprägt. Und das ganze zieht sich ewig hin, ohne daß sich der Eindruck in seiner Gesamtheit ändert.

DER WEG VON ELMAU ZUR PARTNACHKLAMM. LINKS EIN MITSAMT BÄUMEN ABGERRUTSCHTER HANG, RECHTS EIN STÜCK FAHRWEG.

Auch dieser Weg endet mal und man trifft auf den Zusammenfluß mit der Partnach. Kurz danach beginnt die Partnachklamm.
Der Weg durch die Klamm ist komplett an der Ostseite in den Fels gehauen, teilweise als Tunnel. Und er ist an vielen Stellen ziemlich niedrig. Daß er zudem Feuchtigkeit atmet, versteht sich von selbst. Weil er auch sehr eng ist, finden sich nur wenige Stellen, wo man mal verweilen kann, ohne den ganzen Verkehr aufzuhalten.

DER MEINER MEINUNG NACH INTERESSANTESTE TEIL AM OBEREN EINGANG DER PARTNACHKLAMM

Der Hauptreiz besteht bei der Klamm in den ausgespülten Felswänden, zwischen denen sich das Wasser der Partnach hindurchzwängt, ohne dabei allerdings noch groß an Höhe zu verlieren. Bis auf den oberen Teil, wo sich ein paar Gefällestufen befinden, ist der Verlauf dann eher gleichförmig.

SO IST DER WEG MEIST AN DEN STELLEN, WO MAN NICHT VÖLLIG IM FELS VERSCHWINDET

Von den Seiten fallen noch ein paar Bäche hinab und lockern so das Bild auf. Die drei Mark Eintritt jedenfalls ist die Klamm allemal wert. In der Klamm trifft man übrigens auf die verschiedensten Volksgruppen mit unterschiedlichen Sprachen.

MANCHE STELLEN WIRKEN ZIEMLICH FINSTER, BESONDERS WENN MAN BLITZT. HIER WURDEN NUR DIE TROPFEN IM VORDERGRUND VOM LICHT ERREICHT.

Unterhalb der Klamm ging es dann vorbei an 'Touristenbuden' auf einer kleinen Straße hinunter nach Garmisch. Dabei kommt man auch dicht an den Sprungschanzen vorbei. In Garmisch war es dann noch einmal ein ganzes Ende bis zum Bahnhof, wo wir noch eine knappe Stunde warten mußten.

IMPRESSION AUF DEM WEG ZUM BAHNHOF IN GARMISCH-PARTENKIRCHEN (SICHT NACH WESTEN)

Während der Zugfahrt fing es dann wieder an zu regnen. So mußten wir den Weg vom Bahnhof in Mittenwald zu unserer 'Hütte' teilweise mit Hilfe des Regenschirmes bestreiten. Insgesamt hatten wir etwa 20 Kilometer in den Beinen und auch wenn wir dabei keine wirklich großen Höhen überwunden hatte. Man spürt es dann doch irgendwo, zumal ja eigentlich kein Tag hier vergeht, ohne daß man sich irgendwohin bewegt, und wo es nicht auch aufwärts und abwärts geht.


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