Reisen - Mittenwald August 2000 - Tag 11

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14.8.00, Montag

Brunnsteinspitze

Landkarte

Noch eine Hochgebirgswanderung wollte ich machen, und da der Dienstag schon für etwas anderes vergeben war, nahm ich mir also für den Montag die Brunnsteinspitze (2179m) vor.
Um kurz nach neun Uhr wählte ich den Weg, der hinter der Karlwendelschanze ansteigt. Es ist ein schmaler Bergpfad im Wald der sich aber gut begehen läßt. Dies scheint jedoch eher selten zu geschehen. Nach einer Weile trifft der Weg auf den sogenannten Leitersteig. Dieser aber führte zu meinem Ärger tendenziell eher abwärts. Und dann stellte ich bald auch fest, warum der Weg Leitersteig heißt, denn er quert die Schlucht des Sulzlibaches mit Hilfe von zwei etwa 25 Meter langen Leitern, eine hinunter, eine hinauf. Alternativ kann man ein Stück tiefer den Bachlauf bequemer überqueren. Ich hatte aber keine Lust, noch tiefer hinabzusteigen.
Die Leitern sind überwiegend eher flach, so daß man gar nicht recht weiß, wie man sie begehen soll. Aber irgendwie schafft man es, immer hoffend, daß diejenigen, die sie befestigt hatten, wußten, was sie taten.

ACH DU SCHANDE! DA SOLL ICH JETZT RUNTER?!?

Auf der anderen Seite trifft man bald auf den direkten Anstieg zur Brunnsteinhütte. Der Weg ist gut ausgebaut und mäßig steil, so daß er sich auch gut geht. Außerdem befindet er sich überwiegend im Schatten der Bäume und windet sich in längeren Serpentinen den Hang hinauf, bis man in 1523 Metern auf die Hütte trifft. Diese befindet sich damit ziemlich genau in halber Höhe des Weges zu meinem Gipfel. Dort habe ich ein Schiwasser zu mir genommen und den dort gehaltenen Pfau bewundert. Mein Anstieg dorthin hatte 1:45 Stunden gedauert, wobei ich mich bemüht hatte, langsamer zu gehen um nicht zu überdrehen.

VOR DER BRUNNSTEINHÜTTE (1523m)

AN DER HÜTTE GIBT ES TATSÄCHLICH EINEN PFAU! ICH HATTE DEN EINDRUCK, DAß DIE HÜTTE LIEBEVOLL VON JUNGEN DAMEN BETREUT WIRD, DIE SICH AUCH DAS DRUMHERUM GANZ NETT EINGERICHTET HABEN.

Ich hielt mich nicht zu lange auf, um den weiteren Anstieg durch die Latschenkiefern noch mit viel Schatten bestreiten zu können.
Dies gelang mir ganz gut. Der Weg ist im unteren Teil wieder gut ausgebaut und auch hier noch mäßig steil, steigert sich aber nach oben hin, wo es dann auch mal durch etwas Schutt und Geröll geht. Das hält sich jedoch in Grenzen. Zuvor pendelt man am Berghang hin und her und hat immer wieder Aussichten auf das Isartal, die gegenüberliegende Arnspitze und das dahinter befindliche Wettersteinmassif.

DER FÜR MICH UNANGENEHMSTE TEIL DES WEGES. DER BRUNNSTEINANGER IST NICHT MEHR WEIT, DIE ANGESTREBTEN GIPFEL RÜCKEN VON RECHTS IMMER NÄHER. ABER ES WIRD STEIL UND BRÖSELIG (NUR FÜR EIN KURZES STÜCK).

Wenn man den Sattel erreicht hat (Brunnensteinanger) dann ist man etwa noch 70 Meter unterhalb der Tiroler Hütte (2154m), diese liegt wiederum nur etwa 30 Meter unterhalb der Brunnensteinspitze.


SO NAH IST DIE 2193m HOHE ROTWANDLSPITZE AN DER TIROLER HÜTTE. ÜBER DIESEN GIPFEL HINWEG FÜHRT DER WEG ZUR BRUNNSTEINSPITZE.

Ich hatte bis zur Tiroler Hütte von der Brunnsteinhütte knapp 1 1/2 Stunden gebraucht. Die Hütte ist sehr klein und privat bewirtschaftet. Ich denke, es ist die kleinste bewirtschaftete Hütte, die ich in den Alpen je gesehen habe. Ich machte dort eine kurze Pause, und verkippte dabei noch die Hälfte meines kostbaren Bieres (das Glas fiel auf der Wiese um).

DIES IST DIE 'NIEDLICHE' TIROLER HÜTTE (2154m), IN DER MAN SOGAR ÜBERNACHTEN KANN.

ÜBER DEN GIPFELGRAT VERLÄUFT DIE GRENZE NACH ÖSTERREICH, ZU WELCHEM AUCH DIE HÜTTE GEHÖRT. IM HINTERGRUND DIE 2302m HOHE KIRCHLSPITZE, ÜBER WELCHE DER MITTENWALDER KLETTERSTEIG FÜHRT. DIESER BEGINNT IN ETWA AN DER BERGSTATION DER KARLWENDELBAHN.

Von der Hütte aus schaut man ins Karlwendel und kann entlang der tiefen Täler auf die Gipfelriesen schauen, die dort bis über 2700 m Höhe reichen.

LINKS DIE BERGE IM BEREICH WESTLICHE KARLWENDELSPITZE, TIEFKARSPITZE, WÖRNER, HOCHKARSPITZE UND KURZ VOR DEM SATTEL AM BÄRALPL DIE RAFFELSPITZE. AM RECHTEN BILDRAND DIE ÖSTLICHE KARLWENDELSPITZE. ALLE GIPFEL THRONEN ÜBER DEM KARLWENDELTAL.

NOCH EIN BLICK INS KARLWENDELTAL. RECHTS RÜCKT DIE PLEISENSPITZE INS BILD, IN DEREN VERLÄNGERUNG IRGENDWANN DIE (HIER NICHT SICHTBARE) BIRKKARSPITZE FOLGT.

Anschließend lief ich noch die paar Meter zum Gipfel, wobei man dann auch nebenbei noch die etwas höhere Rotwandlspitze mitnimmt, die jedoch kein Gipfelkreuz hat und mit Exkrementen von Schafen überhäuft ist.

BLICK VON DER ROTWANDLSPITZE ZUR ETWAS NIEDRIGEREN BRUNNSTEINSPITZE. SIE BIETET JEDOCH DIE BESSERE AUSSICHT UND HAT EIN GIPFELKREUZ. VON DORT AUS KANN MAN AUCH DEN GRENZORT SCHARNITZ SEHEN.

Am Brunnenstein-Gipfel verweilte ich auch noch etwas und machte die üblichen Fotos. Nach Süden, fast schon im Dunst verschwindend, waren auch noch ein paar schneebedeckte Gipfel des Alpenhauptkammes zu entdecken. Nach Westen schaut man auf den Wetterstein und die Zugspitzgegend.

NUN DER BLICK VOM GIPFELKREUZ ZURÜCK NACH NORDEN.

DIES IST DER GEZACKTE WEG DURCH DIE LATSCHENKIEFERN, DER DIE BRUNNSTEINHÜTTE MIT DEM GLEICHNAMIGEN ANGER VERBINDET. AUF DEM WIESENBALKON UNTEN LINKS LIEGT DIE HÜTTE.

AUCH MITTENWALD, DEN LAUTERSEE UND DAS KRANZBERG-GEBIET KANN MAN VOM GIPFEL AUS SEHEN.


SCHAUT MAN NACH WESTEN, FOLGEN AUF DAS ISARTAL DIE ARNSPITZEN, DANN DER WETTERSTEIN. DAZWISCHEN LIEGT IRGENDWO LEUTASCH. NOCH WEITER IM HINTERGRUND KÖNNTE MAN BEI GUTER SICHT AUCH DAS ZUGSPITZMASSIV SEHEN.

Ich hielt mich allerdings auch hier nicht lange auf. Irgendwie fehlt mir die Ruhe der früheren Jahre. Und alleine ist man dort an einem schönen Sommertag ja auch nicht. Also stieg ich bald wieder hinab und erreichte ein gute Dreiviertelstunde später die Brunnsteinhütte, wo ich eine Suppe aß und einen Liter Flüssigkeit zu mir nahm.

BLICK VOM BRUNNSTEINANGER (AUCH ROßANGER) HINAB INS ISARTAL. HINTER DER ISAR IST AUCH DAS MITTENWALDER SPAZIER- UND RADFAHRGEBIET 'RIEDBODEN' ZU SEHEN.

Nun lag der Weg mehr oder minder komplett in der Sonne. Und es waren an der Hütte keine schattigen Plätze frei. Also saß ich in der Sonne und spürte nun doch auch die Anstrengung. Der weitere Weg abwärts ging dann aber doch auch wieder ganz gut. Diesmal ließ ich den Leitersteig rechts liegen und wählte den direkten Weg nach Norwesten ins Tal, das ich wiederum nach einer Dreiviertelstunde erreichte. Dann wäre noch ein gemütliches Stück Fahrweg bis nach Mittenwald vorgesehen gewesen, aber da ein Unfall die Hauptstraße blockierte (mit vielen Feuerwehr-, Polizei-, und Rettungsfahrzeugen sowie einem Hubschrauber des ADAC), nahmen viele Wagen diesen Weg als Alternativstrecke. So wurde das Ganze für mich zu einem äußerst staubigen Vergnügen. Um kurz vor 16 Uhr kam ich am Hause unserer Gastgeber an.


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